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Überwachung: Mit diesen Verschlüsselungs-Tipps schützt du dich vor NSA und Co.

Filed in Software by on 21. August 2013 0 Comments

Ich will eigentlich gar nicht wissen, was der “Big Brother” in Gestalt der NSA hier alles überwacht. Aber ich vermute mal stark, dass so ziemlich jedes Datenübertragungs- und Kommunikationssystem überwacht, ausgespäht und dessen Daten abgespeichert werden. Deswegen ist es auch völlig irrelevant, welche inhaltsleeren Phrasen unsere Politiker so vor sich hin murmeln – die haben ja auch von “gar nichts” gewusst. Nun aber genug der politkritischen Einleitung und ran an die Lösung: Umfangreiche Verschlüsslungs- und Präventionstaktiken (Achtung: Auch Radikales dabei). 

Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Geheimdienst-Mitarbeitern der NSA die gerade gebannt mitlesen und gleich mal auschecken, ob ich nicht vielleicht ein Terrorist bin. Nein, ich bin kein Terrorist, das hier ist nur mein Beitrag, meine Meinung zum Thema Überwachung. Es würde mich freuen auch eure Ansichten dazu in den Kommentaren zu lesen.

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Was kannst Du als Bürger gegen den Überwachungs-Müll tun?

Gar nichts! Nein Quatsch, aber ich behaupte einfach mal, dass die Geheimdienste, egal ob in- oder ausländisch, sowieso schon alles über dich wissen und jeden deiner Schritte bei Bedarf verfolgen könnten. Es wird zum Großteil nicht gemacht, denn der Aufwand dafür wäre viel zu groß, aber die Mittel dazu ständen für den Fall der Fälle zur Verfügung. Denn “man kann ja nie wissen” – Stichwort: Generalverdacht. Dass dabei vielleicht, möglicherweise, unter Umständen die Privatsphäre verletzt wird, darf getrost vernachlässigt werden.

Was jedoch das Schlimmste an der ganzen Sache ist, sind die Reaktionen der Bürger. Bevor wir zu Verschlüsselungs-Tipps kommen, sollte man erst einmal über die Mentalität Gedanken machen, die sich nach Enthüllungen von Edward Snowden und Co. herrschte. In den Köpfen vieler lief ungefähr Folgendes ab:

  • “Was? Die NSA späht alle Bundesbürger aus? Ist ja unerhört! Wusste die Bundesregierung davon?”
  • (1 Woche später) “Innenminister Friedrich sagt, dass die Bundesregierung nichts von den Vorgehensweisen der USA gewusst habe und dass alles gar nicht so schlimm sei. Dann wird’s wohl stimmen. Das regelt sich sowieso in den nächsten paar Tagen. Ich gehe jetzt ein paar Interessen bei Facebook eintragen.”
  • (4 Wochen später) “NSA? Sind die jetzt endlich auf dem Mars gelandet?”

Die Bundesregierung hat offensichtlich grandiose Arbeit geleistet, bei dem Versuch die NSA-Affäre in Vergessenheit geraten zu lassen, obwohl sie so aktuell wie nie ist. Nicht ein kritisches Wort gegenüber den USA wurde geäußert und selbst haben sie zweifellos gar nichts davon gewusst – wer’s glaubt. Und wenn dann doch jemand “aufständisch” wird oder sogar etwas gegen die Überwachung unternimmt, kann er sich nicht sicher sein, ein freier Mann zu bleiben.

Vielleicht noch erschreckender ist der Fakt, dass viele, vor allem junge Leute, es ebenfalls “gar nicht so schlimm” finden, permanent überwacht zu werden. Häufig bekommt man in den Medien den Satz zu hören:”Ich habe ja nichts zu verbergen…” Diesen Leuten gibt es eines zu sagen: Es geht nicht darum, ob ihr gerne euer Privatleben mit 5000 Facebook-Freunden teilt und ob es euch egal ist, dass NSA und BND und wie sie alle heißen, alles über euch wissen – die Problematik ist eine andere. Die permanente Überwachung aller Bürger hat welches Ziel? Richtig! Die allumfassende und vorbehaltlose Kontrolle aller Bürger. Unter solchen Umständen werden Grundrechte angegriffen und das wollen, denke ich, die wenigsten.

Wahrscheinlich habt ihr nun verstanden, was das Problem bei der Überwachung ist. Deswegen gibt es hier eine Liste von Dingen, die ihr tun könnt, um dem entgegenzuwirken:

  • Computer komplett neu aufsetzen und die vorherigen Daten auf einer externen Festplatte speichern
  • Diese Festplatte nicht mehr an den einen Computer mit Internetverbindung anschließen
  • Wenig über das Internet kaufen
  • Verschlüsselung der Laufwerke mit TrueCrypt
  • Kein Internetzugang über das Smartphone, oder Smartphone gegen altes Nokia austauschen.
  • Email nach PGP-Standard verschlüsseln
  • Suchen über DuckDuckGo oder Ixquick, nicht Google!
  • Verschlüsselung mit GnuPG
  • Facebook keine sensiblen Daten mitteilen und wenige Nachrichten schreiben
  • Distanzierung von sozialen Netzwerken
  • Nicht für die Geheimdienste bestimmte Daten auf einem lokalen Rechner, außerhalb des Internets, speichern.
  • Und natürlich: Versuchen politisch etwas zu bewegen und an Demonstrationen teilnehmen

Das 7-Schritte-Programm für Radikale:

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte kompromisslos seinen Lebensstil umstellen. Hierfür haben wir ein 7-Schritte-Programm aufgestellt (Punkt 8 ist optional und kann vernachlässigt werden):

  1. Internetvertrag kündigen
  2. Facebook-Konto und sonstiges (soweit es geht löschen)
  3. Smartphone ausschalten und nicht mehr benutzen
  4. Briefe schicken, wenn man Freunden oder Familie etwas mitteilen möchte
  5. Keine Telefongespräche mehr führen
  6. Paketbestellungen und Abos abstellen und alles in örtlichen Läden kaufen
  7. Nur mit Bargeld zahlen
  8. (In den Wald ziehen und Überlebenskünstler werden, der nur mit einem Zahnstocher und einem Kaugummi bewaffnet einen Bären erlegen kann)

Die Frage dabei bleibt nur, ob ein solches Verhalten, also die radikale Umstellung des Lebenstils und die Verschlüsselung der eigenen Daten nicht erst recht die Aufmerksamkeit der NSA erwirkt. Für weitere Denkanstöße haben wir noch ein paar Videos zusammengestellt. Ich finde nicht, dass man irgendwelchen wilden Verschwörungstheorien glauben, sondern immer kritisch bleiben und alles hinterfragen sollte. Hierzu empfehle ich einige (nach Möglichkeit alle!) Artikel von Netzpolitik.org zu lesen.

Passende Videos zum Abschluss:

Du bist Terrorist:

Rette deine Freiheit:

Buugle:

INDECT:

Über 

Thilo ist Apple-Fan und Gründer von Techdiary.de. Als technikbegeisterter Blogger ist er immer engagiert, wenn es um Smartphones, Tablets, Gaming und Co. geht. Nebenbei schreibt er auch für andere Online-Magazine.

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