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Gamescom 2013: Unsere Eindrücke vom Messe-Wochenende

Filed in Android, Android-News, Games, Hardware, Konsolen, Play Store, Tablets by on 25. August 2013 0 Comments

Die Gamescom ist vorbei und mit ihr bleiben interessante, neue Eindrücke aus der Gaming-Szene in den Köpfen. Wir haben versucht über das Wochenende alles mitzunehmen, was euch und uns interessieren könnte. Völlig ohne konkrete Erwartungen und offen für alles, haben wir uns am Freitag zum ersten Mal auf die Messe begeben. Dort ist uns gleich etwas aufgefallen, worüber wir am Freitagabend berichtet haben – DICE+. Tags darauf und heute am Sonntag, gab es weitere interessante Eindrücke.

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Wir hatten euch versprochen über Nvidia Shield zu berichten. Neue Fakten über Shield gab es zwar nicht, da Nvidia lieber Party gefeiert hat, dafür haben wir die Konsole ausprobieren dürfen.

Nvidia Shield: Tolle Idee mit Schwächen

Am Stand von Nvidia wurde eigentlich die ganze Zeit nur gefeiert. Alle 30 Minuten fand eine 15-minütige „Show“ statt, teilweise auch mit Gastauftritten von 2K-Games oder Caseking. Bei diesen Shows ging es hauptsächlich darum im Takt der 300-Dezibel-Musik zu springen, seine Arme in die Luft zu heben und kostenfreie Merchandise-Artikel von Nvidia zu fangen. Nebenbei wurde das ein oder andere Wort über Nvidia Grafikkarten oder Nvidia Shield verloren bzw. ins Mikrofon geschrien.

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Einen besseren Eindruck von der mobilen Konsole bekam man vom Ausprobieren. Dazu können wir nur Eines sagen: Nvidia Shield ist nicht der Bringer. Ich selbst habe zu Hause eine PS Vita, die in meiner Schublade vergammelt. Mit der lässt sich meiner Meinung nach ein besseres Gameplay erleben. Warum, zeige ich euch in einer Vor-/Nachteile-Liste.

Vorteile:

• Leistungsstarker Tegra 4 Prozessor
• Retina Display
• Präzise Steuerung, dank vollwertigem Controller
• Spiele können vom PC auf Shield gestreamt werden
• Robustes Gehäuse (Bildschirm geschützt)

Nachteile:

• Liegt schlecht in der Hand (Fingerschmerzen nach wenigen Minuten)
• Sehr klobiges Gehäuse
• Game-Streaming funktioniert nur mit Nvidia GTX-Grafikkarten (nicht verwunderlich)
Streaming unausgereift: PC-Spiele nicht über Shield-Bildschirm spielbar!
• Sonstiges Spielangebot nicht sehr groß

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Solange man die gestreamten Spiele nur mit Blick auf PC-Bildschirm spielen kann, weil das verzögerte Bild auf dem Shield-Bildschirm rechtzeitiges Reagieren unmöglich macht, ist Nvidia Shield nicht zu gebrauchen. Wenn dieses Streaming nicht einmal auf der Gamescom zuverlässig funktioniert, ist Nvidia Shield nur ein PC-Spiel-Controller mit Bildschirm und Android.

unu: Ein Mix aus Tablet, Smart-TV und Konsole

IMG_1508Anders als Nvidia Shield, hat uns eine neue Android-Konsole überzeugen können. Als Konkurrent zur OUYA-Konsole, liefert Hersteller Sunflex mit seinem Tablet “unu” einen äußerst interessanten Multimedia-Tausendsassa. Das Gerät kann sowohl als ganz normales Tablet verwendet als auch über HDMI an den Fernseher angeschlossen werden, um dort als Spielekonsole zu dienen und den Fernseher zum Smart-TV zu machen. Unterstützt wird unu dabei von einer Fernbedienung und einem Gamecontroller, der unbequemer aussieht, als er eigentlich ist. Unu läuft unter Android 4.2 und konnte uns wirklich überzeugen. Ohne Controller kostet unu 200 Euro. Möchte man die Gaming-Edition mit Controller haben, müssen 30 Euro draufgezahlt werden.

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Bart wachsen lassen bei neuen Spielen und Konsolen:

Egal ob Battlefield 4, Assassin’s Creed „Black Flag“, Call of Duty Ghosts, FIFA 14, Watch Dogs oder Beyond Two Souls. Die längsten Wartezeiten an jedem der fünf Messetage gab es wie immer bei den neuen Blockbustern und Konsolen. Bis zu vier Stunden standen Fans an, um einmal ihr Lieblingsspiel zu spielen.

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Wir haben FIFA 14 einfach am Stand der Xbox ONE ausprobiert und damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zu FIFA können wir nur sagen, dass sich, wie auch die Jahre zuvor, der Realismus verbessert hat. Die Engine ist deutlich ausgereifter, die Spieler bewegen sich realistischer und die Flugkurven der Bälle haben sich verbessert. Um Einiges näher an der Realität und somit auch schwieriger wurde vor allem die Ballannahme und die Ballführung. Quantensprünge bei der Grafik und den deutschen Spiel-Kommentaren gab es nicht. Aber das hat auch niemand erwartet.

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Da wir FIFA 14 auf der Xbox ONE gespielt haben, können wir auch gleich etwas zur neuen Konsole sagen. In unseren früheren Artikeln haben wir die neue Xbox stark kritisiert, aber jetzt müssen wir wirklich sagen, dass man sich die Konsole durchaus antun kann. Deutlich besser als bei Playstation ist der Controller. Der Xbox 360 Controller lag schon gut in der Hand, aber der Xbox ONE Controller übertrifft diese gute Ergonomie erneut. Kaufen werde ich die Xbox ONE trotzdem nicht, da die Nachteile gegenüber der PS4 für mich überwiegen. Am Ende bleibt es sowieso eine persönliche Entscheidung, basierend auf dem, was einem selbst bei einer Spielekonsole am Wichtigsten ist.

Giveaways ohne Ende:

Wer zufällig vorhatte ein T-Shirt- oder Schlüsselanhänger-Geschäft zu eröffnen, hatte auf der Gamescom die Gelegenheit sein Kontingent für die nächsten drei Jahre zu ergattern. Dazu musste man jedoch auch Mitglied der gierigen Masse werden und sehr groß sein. Überall auf der Messe wurden ununterbrochen hunderte von T-Shirts verteilt, wobei das Ganze eher einem Karnevalsumzug glich. Ich habe zufällig (im Vorbeigehen) ein Nvidia-Shirt gefangen, nachdem ich Nvidia Shield ausprobiert hatte. Aber im Grunde, sind diese T-Shirts nur zu bekommen, wenn man sich “voll reinhängt” – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

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In kleinerem Maße gab es auch deutlich teurere Giveaways. Darunter High-End-Grafikkarten von Nvidia, aktuelle Spiele oder Gaming-PCs im Wert von mehreren Tausend Euro. Meistens wurden dazu zwei glückliche Besucher aus der Menge ausgesucht, die dann in den verschiedensten Wettkämpfen gegeneinander antreten mussten. Ein Beispiel dafür wäre das PC-Hochhalten. Die beiden Kontrahenten mussten so lange sie konnten einen Computer mit ausgesteckten Armen nach oben halten. Wer das am längsten schaffte, bekam den Preis. Der Verlierer musste sich mit einem T-Shirt zufrieden geben.

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Youtuber ließen sich feiern:

Gronkh, CommanderKrieger, LeFloid, Alberto, Simon Desue oder auch DieAussenseiter. Genau wie T-Shirts gab es auch Youtube-Stars en Masse, die allesamt ein gewohntes Bad in der Menge nehmen mussten. Ohne Sicherheitskräfte hätte sich wohl jeder ein Stück seines Lieblings-Youtubers mitgenommen. Denn nach der Werbung für Gaming-Produkte und den eigenen Kanal, gab es jedes Mal Autogramm- und Foto-Stunde.

Fazit und Lob an die Messe-Veranstalter:

Auch nach vier Jahren war die Messe eine Reise wert. Besonders, weil dieses Jahr die nächste Generation der Spielekonsolen vorgestellt wurde. Aber auch, weil die Organisation der Gamescom in Köln einfach einwandfrei funktioniert. Auf alle Messetage verteilt gab es über 300.000 Besucher, aber keinerlei Probleme, außer ein paar Kratzern von der Rangelei um die T-Shirts (soweit ich das mitbekommen habe). Für genug Essen wurde gesorgt, man fand sich dank vieler Sicherheitskräfte und sinnvoll platzierter Infopoints gut zurecht und es gab immer genug Platz für alle Besucher. Wer sich entspannen wollte, konnte das ebenfalls tun. Loveparade-ähnliche Zustände gab es nicht im Geringsten, sodass jeder seinen Messeaufenthalt genießen und so gestalten konnte, wie er wollte. Lob und Dank gilt allen, die an der Organisation mitgewirkt haben.

Über 

Thilo ist Apple-Fan und Gründer von Techdiary.de. Als technikbegeisterter Blogger ist er immer engagiert, wenn es um Smartphones, Tablets, Gaming und Co. geht. Nebenbei schreibt er auch für andere Online-Magazine.

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